'Caloenas' maculata


 
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Liverpool-Taube
('Caloenas' maculata)

 
syn. -

 
Verbreitung:

unbekannt

 
einheimischer Name: -

 
Größe: ca. 32 cm (Länge)

Aussterbedatum: (?)

 
Die Liverpool-Taube ist eine der geheimnisumwittertsten Vogelarten überhaupt - nahezu rein gar nichts ist über diese Art bekannt.

Benannt wurde sie nach dem einzigen, bis heute erhaltenen, Präparat, welches sich im Liverpool World Museum in Liverpool / Großbritannien befindet.

Die Taube war ca. 32 cm groß und flaschengrün gefärbt. Die Federn am Rücken und die Flügelfedern waren an den Spitzen cremefarben getupft. Die Halsfedern waren ein wenig verlängert. Die Beine und Füße waren zu Lebzeiten vermutlich hellrot gefärbt.

Die Liverpool-Taube stammt ursprünglich wohl von irgendeiner der unzähligen Südsee-Inseln. Welche genau es wohl war, lässt sich heute sicher nicht mehr feststellen.

Laut D. Gibbs und E. Barnes (Pigeons and Doves: A Guide to the Pigeons and Doves of the World) gibt es jedoch mündliche Überlieferungen von Tahiti über einen Vogel der grün und weiß getupft gewesen sein soll, und der wegen seiner Rufe 'Titi' genannt wurde. 'Titi' ist jedoch ein Name, mit dem in vielen Teilen Polynesiens verschiedene Seevogelarten der Gattungen Pachyptila, Pterodroma oder Puffinus, aus der Familie der Röhrennasen (Procellariidae), benannt werden. Des Weiteren lässt sich die Liverpool-Taube verwandtschaftlich mit keiner einzigen, der aus Polynesien bekannten, Taubengattungen in Verbindung bringen.

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Die älteste, bekannte, Beschreibung (von John Latham in 'A General Synopsis of Birds' aus dem Jahr 1783).:

GEFLECKTE GRÜNE TAUBE

LÄNGE zwölf inches. Schnabel schwarz, Spitze hell gelb; um das Auge herum etwas nackt; generelle Farbe des Gefieders dunkel glänzend grün; Kopf und Hals dunkler als der Rest; die Federn am Hals länger als die anderen; und gespitzt; wie die Nackenfedern eines Hahns; Flügeldecken und Schultern beide getupft mit einem hellgrauen Punkt, leicht dreieckig, die Spitze aufwärts; Handschwingen und Schwanz schwarz, die ersteren getupft mit hellgrau; und die Federn des letzteren mit hell rostfarben; Form gerade am Ende; Bauch, Schenkel, und Steiß düster schwarz; Beine rötlich braun, die Beine zur Hälfte mit Daunen befiedert; Krallen schwarz.
Wir haben nur zwei Exemplare gesehen; eines in der Sammlung von Gen. Davies, das andere im Besitz von Sir Joseph Banks. In der Zeichnung einer bei Sir Ashton Lever, ist das Ende des Schwanzes dunkel rostfarben.


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Lionel Walter Rothschild, im frühen 20. Jahrhundert, sah in der Liverpool-Taube nichts anderes als eine aberrante (entartete) Kragentaube. Wahrscheinlich ist es seinem Einfluss zu verdanken, dass dieser interessante Vogel bis heute dermaßen unbekannt geblieben ist, dass man ihn in fast keiner Liste ausgestorbener Vögel findet und, dass die Art erst im Jahr 2008 offiziell für ausgestorben erklärt wurde.

Die Zuordnung dieser Art zur Gattung Caloenas ist ebenfalls auf den Einfluss Rothschilds zurückzuführen - und - absolut falsch!

 
links:

Liverpool-Taube ('Caloenas' maculata)


Darstellung aus 'John Latham: A General History of Birds. Winchester: Printed by Jacob and Johnson, for the author, 1823'
 
links:

Liverpool-Taube ('Caloenas' maculata); man beachte, dass der Höcker an der Schnabelbasis weder in der Originalbeschreibung erwähnt wird noch beim Präparat zu finden ist


Darstellung aus: 'Bulletin of the Liverpool Museum; Vol. 1(3 & 4): 83. 1898

http://www.biodiversitylibrary.org

 
Referenzen:

- Errol Fuller: Extinct Birds. Penguin Books (England) 1987
- David Gibbs, Eustace Barnes, John Cox: Pigeons and Doves, A Guide to the Pigeons and Doves of the World. Pica Press, Sussex 2001