Chaunoproctus ferreirostris


 
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Bonin-Fink
(Chaunoproctus ferreirostris)

 
syn. Coccothraustes ferreirostris

 
Verbreitung:

Japan: Chichi-jima / Ogasawara-Inseln

 
einheimischer Name:

Ogasawara Mashiko (Japanisch)

 
Größe: 20 - 22 cm (Länge)

Aussterbedatum: 1828 letztmalig nachgewiesen

 
Alles was heute über die Lebensweise dieser Vogelart bekannt ist, stammt aus Aufzeichnung von H. J. von Kittlitz, der sich im Jahr 1828 auf den Ogasawara-Inseln (Bonin-Inseln) aufhielt. Danach war der Bonin-Fink ein sehr ruhiger und dem Menschen gegenüber völlig argloser Vogel, der sich einzeln oder paarweise bevorzugt am Boden oder zumindest in Bodennähe aufhielt, wo er offenbar nach seiner Nahrung (von Kittlitz fand bei Untersuchungen des Kropfinhalts Früchte und Knospen) suchte.

Die Geschlechter waren unterschiedlich gefärbt, die Weibchen waren im Gegensatz zu den Männchen olivebraun gefärbt mit einem etwas dunkleren Fleckenmuster.

Die Aufzeichnungen von H. J. von Kittlitz stellen zugleich den letzten Nachweis dieser Vogelart dar.

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Bereits im Jahr 1828 gab es auf den Ogasawara-Inseln verwilderte Hausschweine, die sich auf einigen der Inseln ungehindert ausbreiteten. Da Schweine bekanntlich Allesfresser sind, machen sie auch nicht Halt vor den Gelegen am Boden brütender Vögel.

Nachdem aber Chichi-jima, das damals noch Peel Island genannt wurde, im Jahr 1830 dauerhaft besiedelt wurde, gab es auf der Insel alsbald außerdem noch Ratten, Schafe und Ziegen sowie Hunde und Katzen. Alles zusammen waren dies keine guten Aussichten für die endemische Inselfauna und -flora.

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Die heute noch erhaltenen Museumsexemplare des Bonin-Finken zeigen sehr auffällige Farb- und Größenunterschiede, was sich eventuell durch einen alters- oder jahreszeitlich bedingten Gefiederwechsel erklären lässt, Jungvögel könnten z.B. weniger farbenfroh gefärbt gewesen sein.

Da jedoch bei einigen dieser Museumspräparate die Herkunftsangaben sehr unzureichend sind ('Boninissima' - ohne Angabe einer bestimmten Insel; oder gar 'Laysan' - welches aber zu den Hawai'i-Inseln gehört) besteht die Möglichkeit, dass es auf den Ogasawara-Inseln einst verschiedene Unterarten, vielleicht sogar eigenständige Arten gegeben hat, die in ihrer Verbreitung auf jeweils eine Insel des Archipels beschränkt gewesen sind.

Dies scheint aber bisher noch nicht untersucht worden zu sein.

 
links:

Bonin-Fink (Chaunoproctus ferreirostris), Männchen


Darstellung aus 'The zoology of Captain Beechey's voyage; comp. from the collections and notes made by Captain Beechey, the officers and naturalist of the expedition, during a voyage to the Pacific and Behring's Straits performed in His Majesty's ship Blossom. London, H. G. Bohn, 1839'

http://www.biodiversitylibrary.org

 
Referenzen:

- Dieter Luther: Die ausgestorbenen Vögel der Welt. Westarp Wissenschaften 1986
- Errol Fuller: Extinct Birds. Penguin Books (England) 1987
- Nanyan Guo: Ogasawara Islands: An Evolutionary Laboratory of Nature and Culture. New Zealand Journal of Asian Studies 9, 1 (June 2007): 80-95