Gallirallus wakensis


 
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Wake-Ralle
(Gallirallus wakensis)

 
syn. Hypotaenidia wakensis, Rallus wakensis

 
Verbreitung:

Wake-Atoll: Wake Island, Wilkes Island

 
einheimischer Name: -

 
Größe: ca. 22 - 25 cm (Länge)

Aussterbedatum: zwischen 1942 und 1945

 
Wake Island ist ein kleines Atoll im Pazifischen Ozean, bestehend aus den drei größeren Inseln Peale-, Wake- und Wilkes Island sowie einigen kleineren Inselchen.

Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges ist Wake Island eine Militärbasis der Vereinigten Staaten. Aus der Vogelperspektive fällt dem Betrachter sofort die gewaltige Landebahn für Flugzeuge ins Auge.

Neben zahlreichen Seevogelarten beheimatete das Atoll auch eine endemische Rallenart. Diese bewohnte nur die beiden Inseln Wake und Wilkes, auf Peale Island kam sie offenbar nicht vor.

Beschrieben wurde die Wake-Ralle im Jahr 1903 von Lionel Walter Rothschild unter dem Name Hypotaenidia wakensis.

Später, im Jahr 1923 wurde die Art ein zweites mal erwähnt. Vom 27. Juli bis zum 5. August 1923 hielt sich die 'Tanager-Expedition' auf Wake Island auf, um die einheimische Pflanzen- und Tierwelt zu studieren. Frank Alexander Wetmore, ein bekannter Ornithologe und Teilnehmer dieser Expedition, schrieb während dieser Zeit ein paar Zeilen über die Wake-Ralle.:

2. August - Diese Vögel scheinen sehr ortsgebunden. Die, die ich in sandigen Arealen fand, wo es nur einzelne schattige Flecken gibt, sind an der Oberseite sehr matt und hell gefärbt, die aus anderen Arealen, in denen es viel vertrocknetes Gestrüpp gibt, haben zerschlissene Flügelfedern, anscheinend bedingt dadurch, dass sie mit Hilfe ihrer Flügel durch das Unterholz klettern. Dies gilt aber auch für Areale, in denen weniger schlechte Bedingungen herrschen. Die Flügelkralle dieser Art ist sehr groß und kräftig.

Während des zweiten Weltkrieges wurde das Atoll von japanischen Truppen besetzt. Diese wurden im Verlauf des Krieges von ihrer Versorgung abgeschnitten. Sie mussten sich somit selbst versorgen, und da kamen ihnen die wohlschmeckenden, leicht zu erbeutenden, weil völlig flugunfähigen Wake-Rallen gerade recht. Der Appetit der Soldaten war jedoch sehr groß, zu groß für die kleine Population der Rallenart.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges gab es die Wake-Ralle nicht länger.

 
Referenzen:

- Dieter Luther: Die ausgestorbenen Vögel der Welt. Westarp Wissenschaften 1986
- Errol Fuller: Extinct Birds. Penguin Books (England) 1987
- Barry Taylor, Ber van Perlo: Rails: A Guide to the Rails, Crakes, Gallinules and Coots of the World. Yale University Press 1998
- David W. Steadman: Extinction and Biogeography of Tropical Pacific Birds. University Of Chicago Press 2006