Gastrocopta chichijimana   (Pilsbry)


 
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Chichijima-Windelschnecke
(Gastrocopta chichijimana)

 
syn. -

 
Verbreitung:

Japan: Chichijima / Ogasawara-Inseln

 
einheimischer Name: -

 
Größe: 0,24 cm (Gehäusehöhe)

Aussterbedatum: (?)

 
Die Gründe für das Aussterben der Chichijima-Windelschnecke und vieler weiterer einheimischer Schneckenarten der Insel chichijima, sind recht einfach zu finden.

Ungefähr um die Mitte des 19. Jahrhunderts begannen japanische Siedler die Ogasawara-Inseln zu kultivieren, die zu jener Zeit nur spärlich, meist von Walfängern, besiedelt waren. In dieser Zeit wurden große Areale einheimischer Vegetation vernichtet and etliche Tier- und Pflanzenarten, domestizierte und wilde, eingeführt. Später, zu Beginn des 20. Jahrhundert, als die Inseln dann so etwas wie Japans größtes Agraranbaugebiet waren, wurden auch Afrikanische Achatschnecken (Achatina fulica (Bowdich)) zu Nahrungszwecken angesiedelt.

Diese Schnecken hatten sich bald etabliert und wurden - wie in allen anderen Gebieten, in denen man sie ausgesetzt hatte - zur Plage für die Landwirtschaft. Um die sich ungehindert ausbreitenden Achatschnecken zu kontrollieren, wurden Rosige Wolfsschnecken (Euglandina rosea (Férussac)) auf den Ogasawara-Inseln angesiedelt (auf Chichijima im Jahr 1965), eine Schneckenart, die auf das Jagen und Erbeuten anderer Schnecken spezialisiert ist.

Der schlimmste Schnecken-Killer jedoch, der Schneckenfressende Landplattwurm (Platydemus monokwari (De Beauchamp)), wurde auf Chichijima in den 1990ern angesiedelt. Diese Kreatur macht tatsächlich Jagd auf Achatschnecken, auf junge wie auf ausgewachsene, und er erbeutet ebenso Rosige Wolfsschnecken. Doch unglücklicherweise macht der Plattwurm keinen Unterschied zwischen eingeschleppten, invasiven Arten und solchen, die einheimisch oder endemisch und selten sind.

Dies - die Vernichtung großer Teile der einheimischen Vegetation sowie die Verfolgung durch eingeschleppte Räuber - sind die Gründe für das Verschwinden von etwa 70 % der einheimischen oder endemischen Schnecken von der Insel Chichijima.

 
links:

Chichijima-Windelschnecke (Gastrocopta chichijimana)


Darstellung aus: 'G. W. Tryon; H. A. Pilsbry: Manual of Conchology. Second series: Pulmonata, Vol. 24, 1918-1920'

http://www.biodiversitylibrary.org

 
Referenzen:

- Takashi Ohbayashi; Isamu Okochi; Hiroki Sato; Tsuyoshi Ono: Food habit of Platydemus manokwari De Beauchamp, 1962 (Tricladida: Terricola: Rhynchodemidae), known as a predatory flatworm of land snails in the Ogasawara (Bonin) Islands, Japan. Entomology and Zoology 40: 609-614. 2005
- Takashi Ohbayashi, Isamu Okochi, Hiroki Sato; Tsuyoshi Ono; Satoshi Chiba: Rapid decline of endemic snails in the Ogasawara Islands, Western Pacific Ocean. Restoring the Oceanic Island Ecosystem, Part 2: 27-33. 2010